SICKLESS

Sickless ist ein Tausendsassa, weiß sein stets vom Do-it-yourself-Gedanken angetriebenes Organisationstalent logisch mit den ihm gegebenen musikalischen Fähigkeiten zu verflechten. Beständig gelingt ihm der artistische Spagat zwischen simpel zugänglicher Alltagsverarbeitung und fulminant-narrativer Bildsprache.

Der Stuttgarter ist in vielerlei Hinsicht breit aufgestellt, bündelt selbstironisch-unbeschwerten Flow sinnig mit philosophischer Weitsicht und schafft es dabei, obgleich ein Stuttgarter Rap-Selbstverständnis in seinem tiefen Innern wohl kaum zu leugnen ist, sogar tiefsinnig-kritische Waterloo-Szenarien stimmungsvoll darzubieten. Ähnlich weitläufig wie seine Themenwahl geht auch die Selektion musikalischer Gerüste vonstatten, schreckt Sickless doch nicht davor zurück, die Grenzen seines Genres immer wieder freimütig zu überschreiten.

Tiefgründiger als je zuvor macht er im Rahmen der »BETA EP« seinem Weltschmerz Luft, übt sich, auf privater wie auf weltpolitischer Ebene, im lupenreinen Storytelling. Hochklassigen Support erhielt er dabei von 7apes, Enaka, Ghanaian Stallion und Drum Quixote. Alle sechs Tracks der EP eint eine mächtige Aura, die mal durch von epochale Fanfaren durchzogenen Klanggerüsten, andernfalls aber auch durch an religiös motivierte Klagelieder erinnernde Beats erzeugt wird. Dem Künstler und Labelinhaber geht es dabei um Moral, Vergänglichkeit und seine eigene Neuaufstellung in der Hip-Hop-Szene.

Sickless zeichnet große Bilder, vergisst dabei jedoch zu keinem Zeitpunkt, sein eigenes Schicksal innerhalb der von ihm umrissenen Sphären gehaltvoll zu reflektieren. Nach wie vor ist jeder Schachzug im Release-Zusammenhang aus dem eigenen Crew-Geist gewachsen, was der EP in ihrem Gesamtbild einen unverkennbar authentischen Charakter verschafft.

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